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Allgäuer Moorallianz - Torffrei gärtnern
Unsere Allgäuer Moore sind einzigartige Lebensräume von internationaler Bedeutung. Die Allgäuer Moorallianz hat sich dem Schutz dieser wertvollen Landschaften angenommen. Unter dem Motto regional handeln, global denken möchte die Moorallianz eine Kampagne zum Thema Torffrei Gärtnern starten und sucht dafür Projektpartner. Wichtige Multiplikatoren sind dabei die Gartenbauvereine.
Charakteristisch für unsere Allgäuer Moorlandschaften sind die blütenreichen Streuwiesen und die zahlreichen Hochmoore mit ihren seltenen Bewohnern. Das Ziel der Moorallianz ist es, zum Erhalt dieser überregional bedeutsamen Artenvielfalt, Kräfte zu bündeln und Naturschutz mit nachhaltiger Regionalentwicklung zu verbinden. Insbesondere die Landwirte und Grundeigentümer sind wichtige Partner für diese Aufgabe. Denn ohne eine angepasste Nutzung und Pflege gehen auch die letzten Rückzugsräume bedrohter Tiere und Pflanzen verloren.
In den Allgäuer Mooren kommen mehr als 100 bundesweit stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten vor; ein Teil der Arten, z.B. Hochmoor-Mosaikjungfer, Torf-Segge oder Schlankes Wollgras, haben einen bundesweiten Schwerpunkt im Allgäu. In intakten, nassen Mooren sind die Perspektiven für den Erhalt dieser Arten besser als in entwässerten Moorgebieten.
Aber Moorschutz heißt auch Klimaschutz! Moore wurden im Allgäu bis in die 60er Jahre für den Abbau von Torf entwässert und in Folge oft aufgeforstet. Dabei wird das klimaschädliche Treibhausgas Kohlendioxid freigesetzt. Die bis zu mehreren Metern mächtigen Torfkörper (im Allgäu häufig zwischen 6 bis 14 Meter dick!) sind gigantische Kohlenstoffspeicher. In Mooren mit intaktem Wasserstand wird dieser Kohlenstoff dauerhaft eingespeichert, tritt jedoch Sauerstoff in die Torfauflagen ein, entweicht dieser in Form von Gas CO2 wird freigesetzt.
In Bayern stammen rund 8% der durch den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen aus Mooren. Drainierte Moore sind damit die größte Einzelquelle für Treibhausgase außerhalb des Energiesektors. Durch naturnahe Wasserstände in Mooren kann ein erheblicher Klimaschutzeffekt erzielt werden pro Hektar Fläche und Jahr rund 10 20 to Co2.
Weltweit nehmen Moore nur 3% der Landfläche der Erde ein, aber speichern rund 30% des gesamten Bodenkohlenstoffs der Erde. Pro Hektar speichern Moore im Mittel 700 to Kohlenstoff; das ist sechsmal so viel wie Wald.
Früher wurde der Torf aus der Not heraus zum Heizen abgebaut, heute wird er wegen seiner Eigenschaft, Wasser zu speichern, als Gartenerde und Blumensubstrat im großen Stil abgebaut nicht direkt vor unserer Haustüre, sondern in Norddeutschland und den fernen baltischen und russischen Hochmooren. Wie kann man ein so weltweit brisantes Thema wie den Klimawandel ernst nehmen aber nur an den Moorschutz in der Region denken? Lügen wir uns nicht selbst in die Tasche, wenn wir den Torfabbau vor Ort verbieten, das Produkt aber von weit her beziehen?
Hier versucht die Moorallianz anzuknüpfen. Jeder von uns kann etwas zum Moor- und Klimaschutz beitragen, indem er auf Torf in Gartenerden verzichtet und auf die Alternativen wie Komposterden zurückgreift. Machen auch Sie mit und achten Sie beim Einkauf auf torffreie Substrate. Weitere Infos zum torffreien Gärtnern und zu unserem geplanten Projekt finden Sie auf unserer Homepage unter www.moorallianz.de.
Informationen und Vorträge zum Thema Bienen, bienenfreundlicher Garten, Blumenwiese etc. gibt es beim Fachzentrum für Bienen in Veitshöchheim
unter:
StMELF → LWG → Bienen → Informationsmaterial → Bienenweide: Verbesserung der Bienenweide,
pdf-Dateien: Bienen im Garten und bienenfreundliche Balkongestaltung,
artenreiche Ansaaten
Merkblätter:
Bienentracht in Dorf und Flur;
Energiegewinnung aus Wildpflanzen (Blütenreich)
Vorträge:
Frau Dr. Schaper würde auch gerne Vorträge halten bei größeren Veranstaltungen, z. B. Jahreshauptversammlung zu einschlägigen Themen wie:
Blumen im Garten Bienen im Garten
Warum sind die Blumen bunt?
Auf Wunsch sind auch andere Themen zum Bereich Bienen, Honig, Gesundheit aus dem Bienenvolk, Blütenpflanzen usw. möglich
Außerdem haben die Fachleute aus Veitshöchheim verschiedene blütenreiche Ansaatmischungen entwickelt, z.B.
Veitshöchheimer Bienenweide
Blütenmischung für Verkehrsinseln
Noch immer kaum Mittel gegen den Feuerbrand
Es ist noch ein weiter Weg bis zu einem umfassend wirksamen Gegenmittel gegen den Feuer¬brand in Obstbeständen wenn überhaupt eines gefunden wird. Der Erreger des Feuerbrandes ist ein Stäbchenbakterium Erwinia amylovora, das teilweise beweglich und auch unter Luftabschluss lebensfähig ist. Am zuträglichsten sind ihm Wachstumstemperaturen zwischen 21 und 28 Grad. Im Nahbereich erfolgt die Verbreitung des Bakterienschleims durch Wind, Regen, Insekten, Klein-säugetiere, Vögel und den Menschen.
Ein Eindringen der Bakterien in das Pflanzengewebe erfolgt während des aktiven Wachstums der Pflanze über natürliche Eintrittspforten oder über Wunden an Blättern, Trieben oder Zweigen. Die gefährliche Infektionszeit ist das Frühjahr und der Sommer, insbesondere die Blütezeit, wenn warmfeuchte Wetterlage herrscht: Die Blüten sind dann die Hauptinfektionsstellen, die Ausbreitung durch Insekten ist intensiv. Der Keim findet dann für ihn günstige Bedingungen, sich derart zu ver-mehren, dass er die natürlich vorhandene Abwehr überwinden und in die Pflanze eindringen kann.
Nach dem für den Obstbau vor allem im Großraum um den Bodensee und in der Schweiz ver-heerenden Feuerbrandjahr 2007 wurde 2008 das länderübergreifende Interregprojekt: Gemein¬sam gegen Feuerbrand gestartet. In den drei Projektschwerpunkten Wirkstoffe, Sorten und Kulturmaßnahmen sollen Lösungen zur Erhaltung des wirtschaftlich bedeutenden und land-schaftsprägenden Obstbaus vor allem im Bodenseeraum gefunden werden. Grundsätzlich besteht das Feuerbrandrisiko aber für den Obstbau aller geeigneten Produktionsräume. Auf der Agrar-messe OLMA in St. Gallen fand ein Forum zur öffentlichen Darstellung der Ergebnisse statt, bei dem die drei Projektschwerpunkte und empfehlungen präsentiert wurden, die von schweizeri-schen, deutschen und österreichischen Arbeitsgruppen gefunden wurden.
Neue Erkenntnisse
Im Rahmen des Projektschwerpunkts Wirkstoffe wurden im Labor, in Blütentests und in Freiland-versuchen bekannte Präparate, neue Substanzen und Hoffnungsträger auf ihre Wirkung gegen¬über dem Feuerbranderreger länderübergreifend geprüft. Nur wenige Präparate zeigten Wirkun¬gen, die aber noch abgesichert werden müssen. Das schweizerische Forschungsinstitut Agroscope Changins-Wädenswil hat als Schwerpunkt das nützliche Bakterium Pantoea agglomerans geprüft. Das Bakterium Pantoea agglomerans gilt in Nordamerika und Neuseeland als eine effektive Bio-Methode gegen Feuerbrand. Es besetzt bei Apfel- und Birnbäumen die Lebensbereiche des Feuerbranderregers und vermindert so den Befall mit Feuerbrand bei Apfel- und Birnenkulturen. Bevor ein Bakterium in die Umwelt ausgebracht wird, muss aber auch seine Wirkung auf Nicht-Zielorganismen erforscht werden. Zur Beantwortung dieser Frage wurden in diesem Projekt neue molekular-biologische Methoden erarbeitet.
Sortenwahl wichtig
Bei der Feuerbrandbekämpfung hat die Wahl der Obstarten und sorten zentrale Bedeutung. Beobachtungen im Feld seit Auftreten des Feuerbrandes in der Schweiz und dann im ganzen Bodenseeraum in den 90er Jahren ließen vermuten, dass von hochanfälligen bis hin zu robusten Sorten in der breiten Sortenpalette des Kernobstes alles zu finden ist. Ziel des Projektschwer-punktes Sorten war deshalb, eine möglichst große Sortenliste von Apfel- und Birnensorten für den Feldobstbau zu präsentieren, die gegenüber dem Feuerbrandbakterium robust sind. Erste Ergebnisse lassen einen recht deutlichen Zusammenhang zwischen Trieb- und Blütenanfälligkeit erkennen. Eine aus dem Projekt entstandene Liste zeigt robuste Apfel- und Birnensorten auf.
Welche Kulturmaßnahmen sollen zu welchem Zeitpunkt bei einem Feuerbrandbefall vorgenommen werden und welchen Einfluss hat die Art der Sanierungsmaßnahmen auf den Befallsfortschritt respektive auf den Befall in den Folgejahren? Welches Gefahrenpotenzial geht von einmal be-fallenen Hochstammobstbäumen auf die Kernobstbäume in der Umgebung aus? Antworten auf diese Fragen sollen Versuchsparzellen im Bodenseeraum liefern. Insgesamt standen über zehn Parzellen im Vergleich. Darunter waren Neupflanzungen mit feuerbrandrobusten Sorten, über-alterte, ungepflegte Bestände mit teilweise hochanfälligen Sorten bis hin zu vitalen, gepflegten Beständen.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass von pflanzenschutzchemischen Mitteln gegen den Feuerbrand offensichtlich nicht allzu viel zu erwarten ist. Die wichtigste Vorsorgemaßnahme dürfte der Umbau der Kernobstbestände auf Sorten sein, die genetisch widerstandsfähiger gegen das Feuerbrandbakterium sind.
Dr. Dr. Dietmar Stutzer
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